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Lehrerbildungsreise
Prädikat: besonders effektiv !
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Um einem im Beamtendasein äßerst seltenen komplett freien Tag
herauszuschlagen, wurde am GAV wieder einmal der monatliche Lehrerausflug geplant.
Da allein auf den Erkundungstouren im letzten Jahr schon ca. 368 Orte mit all ihren (Nicht-)
Sehenswürdigkeiten genauestens betrachtet worden waren, ergab sich das immer
wiederkehrende Problem des Ziels dieser außerordentlichen(?) Veranstaltung.
In einer diesbezüzlichen Diskussion, bei der sich vor allem die Gemeinschaftskundelehrer
mit zwar für das Ergebnis nicht weiter ergibiegem, aber durchaus zeitaufwendigen
Kommentaren rege zu Wort meldeten, einigte man sich schließlich, obwohl Ecki
Heynen wie immer nachdrücklich für einen Herrenholzspaziergang nach Wöstendöllen
mit anschließendem Drachensteigen und Picknick plädiert hatte, auf das Ausflugsziel
Buxtehude, da nach einem Hinweise von Benno Behnen (Kr.-F.) allen klargemacht wurde,
daß dort das Ökosystem Rund um die Kaulquappe viel besser zu
beobachten sei, als auf dem Dach eines Wolkenkratzers und die Wildkräuter wesentlich
besser von den Unkrätern zu unterscheiden seien.
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Über seinen guten alten Busenfreund Herbert Phytagoras und aufgrund bester Connections
zur NASA-Affenzahnnachrichtenübermittlung brachte es Scefo Langer innerhalb
6,8E32 Sekunden fertig, einen reisefertigen Bus zu organisieren, der die Ansprüche
aller zufriedenstellte. Der Komfort reichte soweit, daß sich sogar Werner
Sturat über eine überdimensionale Leinwand in Kombination mit einer 3D-Brille
die Illusion bot, mit einer Kiste Bier in der Schalker Westkurve zu sitzen.
Mit diesem Bus waren natürlich alle einverstanden, doch aufgrund widriger
Verkersverhältnisse und aufkommenden Bodennebels zog sich die Fahrt länger als
vorgesehen hin, und somit, welches Problem ist für einen guten deutschen Beamten
leichter zu lösen als das des Zeitvertreibs, wurden verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten
wahrgenommen, die jedoch nicht unbedingt vom schulalltäglichen Verhalten abwichen.
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Umgehend forderte Herr Möller FBi zum bei jedermann beliebten Kartenspiel namens
Schwarzer Peter heraus. Kaum hatte FBi die Karten verteilt, gab Möller
mit frohlockendem Grinsen kund, daß nicht er, sondern sein Gegenüber den
Schwarzen Peter hätte. Dennoch mußte das Spiel nach kurzer Zeit abgebrochen
werden, da er auf keinen Fall einsehen konnte, daß jetzt ungewöhnlicherweise
mit dem Ausspielen der ersten Karte die Bringeschuld bei ihm lag. Eine notwendige
Begleiterscheinung bestand darin, daß, da die vordere Hälfte des
Busses gleich von den vor Autorität nur so strotzenden Herren Bischoff und Pohl
als Nichtraucherzone ausgewiesen wurde, Schwarte sein heißgeliebtes Kollegium lieber
von vornherein in einem eigens für ihn hinter den Gepäckanhänger angekoppelten
Rauchersulky begleitete.
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Zurück in den Bus. In Reihe 4 konnte man höhren, wie Frau Berger und Frau Stahr
eifrig abklärten, wann sie sich mit Bibi Blocksberg zum nächsten Hindernisflugbesenwettrennen
im Tieffluggebiet unter Abiturbedingungen treffen wollten. Vor der Terminfestlegung einigten
sie sich jedoch darauf, auch zuerst die die genannte dritte Beteiligte zu fragen.
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Soeben wurde von der Heide von der Schulleitung in die letzte Bank zitiert, weil immer noch
Kritiken an der Lehrprobe vom 2. Mai ausstehen, die u. a. mit der viel zu langen
Haarfrisur von Striethorst zusammenhängen müssen.
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Währenddessen passierte der Bus gerade den Kalkriesener Sportplatz, und Chris
Oeltjen, die während der letzten 4 Stunden aus dem Fenster geschaut hatte, richtete
bei Anblick der incl. Ersatzspieler insgesamt 26 hübschen, sportlichen Männer ihr
Augenmerk wieder auf das zwischen Plato und Kant ausdiskutierte Streitgespräch über
die Schuldfrage des Zweiten Weltkriegs. Damit wurde auch hier eine gewisse Chance
schon im Ansatz vertan. Bei einem Blick in den Rückspiegel erkannte der Busfahrer
zu seinem Entsetzen, wie einer der korpulentesten männlichen Insassen, Jeans-Preger,
seine zweite Haut in Form einer indigoblauen Hülle gegen eine tiefschwarze, nicht
gerade weite, Lederhose wechselte.
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Durchaus erwähnenswert war, daß der besonders interessierte und für jedes
Fach offene Herr Reuter auf dieser Bildungsfahrt versuchte, seine Englischkenntnisse
in Gegenwart seines Banknachbarn H. B. aufzubessern, was jedoch kaum zu vermeiden
war, da er in einer anderen Sprache während der gesamten 17-stündigen Fahrt
auf diesem Platz keine einzige Neuigkeit erfahren hätte.
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In Reihe 14 erkannte man bei genauem Hinsehen, wie Ariane ihrem Schiebedachjoseph das in
drei Koffern mitgeführte Geschirr und Besteck zum Abwasch reichte, während er
mit einem zwischen die Zehen geklemmten Lappen ihre neun Paar Sonntagsvormittagsschuhe
zu putzen hatte.
Kurz danach erklang durch die perfekte Lautsprecheranlage des Busses ein wirklich
ehrlich gemeinter netter Gruß an Herrn Kröger, der es sich in Reihe 5 - 8
bequem gemacht hatte.
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Als krasses Gegenbeispiel zu Herrn Kröger faßten wir kurzzeitig Herrn Stahr
ins Auge, der nicht immer der Star ist. Er forderte zum wiederholten Male den Busfahrer
auf, an der nächten Raststätte zu halten, da er ein dringendes Bedürfnis
hatte. Das WC, das im Bus durchaus vorhanden war, konnte er leider nicht benutzen,
da 00 mit Peter T. besetzt war.
Als endlich die für die Fahrt vorgesehen Zeit verstrichen war, stellten sogar die
Gemeinschaftskundler fest, daß man die ganze Zeit nur im Kreis gefahren war.
Dieser Umstand bereitete den Fahrgästen jedoch keineswegs Kopfzerbrechen, da
ja auch so der eigentliche Zweck der Fahrt, nämlich der des Zeitüberbrückens
bis zur nächsten Fahrt, vollends erfüllt war.
Lediglich eine Person, die mit natürlichstem Strahlen das Reiseziel durchgesetzt
hatte, war enttäuscht, weil sie sich vorgenommen hatte, gezielt Wildkräuter
zu sammeln, um damit den Artenreichtum seines das Haus umgebenden Ökosystems
zu erweitern.
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Und die Moral von der Geschicht,
aus allgemeiner Schülersicht:
Ein Lehrer ist kein Bösewicht,
doch für jeden gilt das nicht.
Denn komische Eigenschaften sind fein,
doch ein Anspruch auf Fairness muß sein.
PS: Nach dieser erlebnisreichen Fahrt wurde von der Schulleitung als nächstes
Ziel umgehend das Wiehengebirge vorgeschlagen, in dem es viele schöne Wanderwege gäbe.
Leider ist dieses Vorhaben im Laufe des Monats zur Schülerschaft durchgedrungen,
die darauf bestand, künftig an solchem Fahrten teilzunehmen. Barmherzigerweise
willigte die Schulleitung ein, und die nächste Tour ging mit sage und schreibe
13 Bussen in diese herrliche Idylle.
Autoren: Andre Dammann und Christoph Wiechmann
Zeichnungen: Thomas Wilkens
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